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Stimmt es, dass Botox ins Gehirn gelangt?

Stimmt es, dass Botox ins Gehirn gelangt? „Stimmt es, dass Botox ins Gehirn gelangt?» — diese Frage höre ich in letzter Zeit immer öfter von neuen Kundinnen, die zur Gesichtsmassage kommen, meist nachdem sie irgendwo einen alarmierenden Titel gelesen haben. Lassen Sie mich Ihnen einfach erklären, was neu ist und was die Forschung tatsächlich zeigt.…


Stimmt es, dass Botox ins Gehirn gelangt?

„Stimmt es, dass Botox ins Gehirn gelangt?» — diese Frage höre ich in letzter Zeit immer öfter von neuen Kundinnen, die zur Gesichtsmassage kommen, meist nachdem sie irgendwo einen alarmierenden Titel gelesen haben. Lassen Sie mich Ihnen einfach erklären, was neu ist und was die Forschung tatsächlich zeigt.

Kosmetikerin injiziert Botox in die Augenbrauenregion

Was ist neu, eigentlich

Noch vor einigen Jahren ging man davon aus, dass das Botulinumtoxin — Botox — genau dort bleibt, wo es injiziert wird — Punkt. Neuere Forschungen zeigen etwas anderes: Das Toxin kann sich ein Stück weit bewegen, indem es den Nerv als eine Art inneren Transportweg nutzt, vom Injektionsort zur Nervenzelle. Es verteilt sich nicht über das Blut und zirkuliert nicht frei im Körper — es „wandert» nur ein kleines Stück, im Inneren des Nervs.

Das ist eigentlich die Veränderung: Man kann nicht mehr sagen, dass das Toxin zu 100 % am Injektionsort verbleibt.

Warum dieses Thema die Forschung interessiert hat

Drei Gründe, einfach erklärt:

  • Wenn das Toxin, wenn auch nur wenig, tiefer in die Nervenzelle gelangen würde — nicht nur an deren Ende, wo es normalerweise wirkt — wollte man wissen, ob dies theoretisch auch andere Funktionen dieser Nervenzelle beeinflussen könnte, nicht nur den Muskel.
  • Man wollte wissen, ob dieser „Weg» langfristig etwas bedeutet, besonders bei wiederholten Behandlungen über Jahre hinweg.
  • Man wollte verstehen, ob dies etwas mit der Funktionsweise der Nerven rund um die behandelte Zone zu tun hat.

Was NICHT bewiesen wurde

Wichtig zu wissen: Die erwähnten Studien wurden vor allem an im Labor gezüchteten Nervenzellen und an Tieren durchgeführt — nicht an Personen, die sich kosmetisch mit Botox behandeln liessen. Es wurde nicht nachgewiesen, dass kosmetisches Botox, korrekt bei Menschen injiziert, ins Gehirn gelangt und dieses beeinträchtigt. Es gibt keine Hinweise auf Schäden oder Beeinträchtigungen des Gehirns bei den kleinen Dosen, die für Falten oder Bruxismus verwendet werden. Beobachtet wurde nur dieser „Weg» im Inneren des Nervs, bei Zellen und Tieren — bisher nichts weiter. Forschung zu diesem Thema wurde über die Jahre betrieben und wird weiterhin betrieben.

Kurz gesagt: Labor- und Tierstudien zeigen, dass Botulinumtoxin im Inneren der Nerven transportiert werden kann. Es gibt jedoch keinen direkten Beweis dafür, dass kosmetisches Botox, korrekt bei Menschen injiziert, ins Gehirn wandert und dieses schädigt.

Es wurde nicht nachgewiesen, dass kosmetisches Botox sich frei im Gehirn verteilt. Nachgewiesen wurde, dass sich das Toxin ein Stück weit im Inneren des Nervs bewegen kann.

Eine interessante Entdeckung: der Zusammenhang zwischen Muskel und Emotionen

Hier etwas Interessantes, das Forschende beobachtet haben und das nichts mit der „Wanderung» des Toxins zu tun hat, die das Gehirn beeinträchtigen würde, sondern mit etwas anderem: mit der Art, wie unser Gesicht mit dem Gehirn kommuniziert.

Normalerweise, wenn wir jemanden lächeln oder die Stirn runzeln sehen, „kopieren» unsere Muskeln unbewusst diesen Ausdruck ein wenig. Es ist eine automatische, sehr schnelle Reaktion — und genau diese kleine Reaktion hilft dem Gehirn, die Emotion des Gegenübers zu erkennen und zu verstehen. Je natürlicher unser Gesicht auf die Ausdrücke anderer reagiert, desto besser liest das Gehirn die Emotion.

Wenn ein Muskel durch Botox gelähmt ist, kann er sich nicht mehr bewegen — er kann also den Ausdruck des Gegenübers nicht mehr „kopieren». Praktisch erhält das Gehirn dieses kleine, gewohnte Signal vom Muskel nicht mehr. Forschende haben beobachtet, dass in diesem Fall die Amygdala — der für die Verarbeitung von Emotionen zuständige Bereich des Gehirns — anders reagiert, wenn wir fröhliche oder verärgerte Gesichter betrachten.

Wichtig zu präzisieren: Hier geht es nicht darum, dass das Toxin die Amygdala oder das Gehirn erreicht. Es geht darum, dass sich der durch das Toxin gelähmte Muskel nicht mehr normal bewegt, was die Art, wie die Amygdala die Emotionen der Menschen um uns herum „liest», ein wenig verändert.

Gute Information aus verlässlichen Quellen hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen.

Larisa

„Ich habe mein Botox nach der Massage abgesagt…»

Man hört das in letzter Zeit überall — was bedeutet das wirklich?

Artikel Lesen

Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Die erwähnten Erkenntnisse stammen aus wissenschaftlichen Studien an Zellkulturen und Tiermodellen zum retrograden axonalen Transport von Botulinumtoxin sowie aus einer bildgebenden Studie zur Amygdala-Aktivität nach Botox-Injektionen im Stirnbereich. Bei Fragen zu einer bestehenden Botox-Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Facharzt.

Erwähnte Studien: Yeo et al., „Retrograde axonal transport of botulinum neurotoxin», eLife, 2024 · Advanced Science, Studie an kultivierten menschlichen Nervenzellen, 2024 · Stark et al., „Modulation of amygdala activity for emotional faces due to botulinum toxin type A injections that prevent frowning», Scientific Reports, University of California, Irvine, 2023.