Hautpflege & Sonnenschutz
Sonnenschutz (SPF) erklärt — wie es wirklich funktioniert
SPF ist heute fester Bestandteil vieler Pflegeroutinen. Genauso wichtig ist es zu verstehen, wie es eigentlich wirkt — und warum das Nachcremen genauso wichtig ist wie das erste Auftragen.
Was bedeutet der Lichtschutzfaktor eigentlich?
Um es einfach zu verstehen: Wenn Ihre Haut ohne Schutz nach etwa 10 Minuten Sonne rot wird, verlängert ein SPF 50 diese Zeit theoretisch um das 50-fache — also bräuchten Sie etwa 500 Minuten (über 8 Stunden), bis die gleiche Rötung auftritt. In der Praxis werden Sie nie so lange ununterbrochen in der Sonne bleiben, aber die Idee ist klar: Ein höherer Faktor gibt Ihnen einen viel grösseren Sicherheitsspielraum, nicht nur „etwas mehr» Schutz.
Dermatologen empfehlen SPF 50, täglich angewendet — auch bei bewölktem Himmel.
Warum muss SPF nachgetragen werden, wenn es theoretisch stundenlang schützt?
SPF „verbraucht» sich nicht wie eine Batterie, die sich linear entlädt — UV-Filter bauen sich schneller ab durch direktes Licht, Schweiss, Wasserkontakt oder Reibung (durch Kleidung, Hände, Handtuch). Der auf der Verpackung angegebene Faktor entspricht einer theoretischen Schutzwirkung unter idealen Laborbedingungen. Im echten Alltag schwitzen Sie, wischen sich übers Gesicht, reiben sich am Hals oder am Telefon — und der Schutz sinkt deutlich schneller, als die „Stundenzahl» aus dem SPF vermuten lässt. Deshalb ist das Nachcremen alle 2 Stunden (häufiger bei Schweiss oder im Wasser) keine übertriebene Marketing-Empfehlung, sondern eine echte Notwendigkeit.
Aber wie cremt man nach, wenn man Make-up trägt?
Genau diese Frage wird gern vermieden — niemand möchte sich mitten am Tag abschminken, nur um wieder Creme aufzutragen. Die gute Nachricht: Das müssen Sie auch nicht.
- Mineralpuder mit SPF — wird direkt mit einem Pinsel über das Make-up aufgetragen, ohne es zu verwischen.
- SPF-Sprays — werden direkt aufs Gesicht gesprüht, über das Make-up. Achten Sie darauf, dies nicht im Wind zu tun — schon ein leichter Luftzug lässt einen Teil des Produkts verfliegen, bevor es die Haut erreicht. Keine perfekte Lösung, aber besser als nichts.
- SPF-Sticks — praktisch für gezieltes Nachtragen (Nase, Stirn, Wangen).
Nach dem Nachcremen lohnt sich zusätzlich etwas mehr Vorsicht: ein Hut, Schatten, wo immer möglich, und das Vermeiden intensiver Sonneneinstrahlung — das ergänzt den Schutz, besonders wenn das Nachcremen nicht perfekt war.
Schützt Kleidung eigentlich vor der Sonne?
Ja, aber nicht alle Kleidung gleich. Ein weisses T-Shirt, durchnässt von Schweiss, kann einen UV-Schutzfaktor von unter 10 haben — deutlich weniger, als man denken würde. Dichte, dunkle und trockene Stoffe bieten besseren Schutz als helle, feine oder feuchte.
Es gibt auch speziell entwickelte Kleidung mit UPF (Ultraviolet Protection Factor) — dem Äquivalent von SPF für Textilien — die konstanten Schutz bietet, unabhängig von Schweiss oder häufigem Waschen. Ein UPF 50 blockiert beispielsweise rund 98 % der UV-Strahlung.
Praktisch gesehen: Ein Hut mit breiter Krempe und ein langärmliges Hemd aus dichtem Stoff sind eine gute Ergänzung für Bereiche, die mit SPF schwer abzudecken sind (Schultern, Dekolleté, Kopfhaut) — ersetzen die Creme aber nicht vollständig, besonders im Gesicht.
Fazit
SPF morgens aufzutragen ist nur der erste Schritt. Zu verstehen, warum und wie man nachcremt — besonders über Make-up — macht den eigentlichen Unterschied zwischen Schutz auf dem Papier und Schutz in der Realität.
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